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Sep 2021

Werkstattbericht: Donau-Speditions-Gesellschaft Kiessling mbH & Co. KG

Im Rahmen unseres Aktionsmonats konnten dieses Jahr zwei Unternehmen von einer Individuellen-Vor-Ort-Beratung profitieren. Mit diesem exklusiven Coaching-Angebot hatten sie die Möglichkeit, in engem Austausch mit unserem Expertenteam neue familienbewusste Maßnahmen zu erarbeiten und deren Umsetzung in ihrem Betrieb voranzutreiben.

Im folgendem stellen wir Ihnen vor, welche Ergebnisse bei der Donau-Speditions-Gesellschaft Kiessling mbH & Co. KG durch die Beratung erzielt wurden.

 

Beschreibung der Ausgangslage

Die Beachtung der unterschiedlichen Lebensphasen der Angestellten hat im Unternehmen einen sehr hohen Stellenwert. Deswegen ist es Ziel der individuellen Beratung, dem Unternehmen zum Thema Kinderbetreuung sowie zum Thema Vereinbarkeit von Pflege und Beruf Anregungen zu Umsetzungsmöglichkeiten und Tipps bereitzustellen.

„In unserem dynamischen Arbeitsumfeld liegt unser Fokus darauf, Wissen zu binden, auszubauen und sich der größten Herausforderung, der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, zu stellen. Denn unser hervorragendes Betriebsklima, unsere hohe Betriebszugehörigkeit und die daraus resultierende fast grenzenlose Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter*innen bestätigt uns unsere familienfreundliche Personalpolitik immer wieder.
Darum investieren wir stetig in die Umsetzung familienfreundlicher Maßnahmen und setzten nicht nur auf Familienfreundlichkeit, sondern auch auf eine lebensphasenorientierte Personalpolitik. Damit unsere Mitarbeiter*innen als Ganzes optimal unterstützt und gefördert werden.“, betont Barbara Brunnenmeier, Abteilungsleiterin und Verantwortliche für Personal und Verwaltung bei der Donau-Speditions-Gesellschaft Kiessling mbH & Co. KG. 

In der Donau-Speditions-Gesellschaft Kiessling mbH & Co. KG gibt es beispielsweise einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Kindern unter 16 Jahren, die während der Arbeitszeiten Betreuung benötigen. Eine Herausforderung zeigt sich hier durch fehlende Möglichkeiten der Kinderbetreuung in der Region. Eine betriebseigene Kinderbetreuung auf dem Gelände ist hier nicht möglich, da der Betrieb als Gefahrgutbetrieb eingestuft ist.

 

Zwei Entwicklungsziele: Kinderbetreuungsmöglichkeiten und Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Bei der Kinderbetreuung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: z.B. der Wohnort der Eltern, die Anzahl und das Alter der zu betreuenden Kinder sowie die unterschiedlichen regionalen Kinderbetreuungsangebote. Diese Faktoren kommen auch bei diesem Unternehmen zum Tragen. Daher ist es vorteilhaft, einen „Blumenstrauß“ an Angeboten zu binden, um die Flexibilität individuell und bedarfsorientiert zu erhöhen. Die Einrichtung eines Eltern-Kind-Zimmers entfällt als Option für das Unternehmen leider wegen der Einstufung als Gefahrgutbetrieb.

Mit Blick auf den demografischen Wandel, der Überalterung unserer Gesellschaft sowie der längeren Lebensarbeitszeit des Einzelnen erhält das Thema Pflege einen immer größeren Stellenwert und wird zunehmend auch Beschäftigte bei der Vereinbarkeit mit dem Beruf betreffen. Daher wurde das Ziel definiert, diesen Themenkomplex und die damit einhergehenden Flexibilisierungsangebote im Unternehmen verstärkt öffentlich zu thematisieren, um bestehende Hemmschwellen abzubauen.

 

Handlungsempfehlungen und Umsetzung

Die Expertin der Servicestelle hat im Rahmen einer Videokonferenz am 3. August 2021 mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in den beiden Themenbereichen Handlungsbedarfe identifiziert und in der Beratung besprochen. Im Nachgang wurden die Ergebnisse zur internen Nachsorge zusammengefasst. Den Beteiligten wurden dazu Empfehlungen und Umsetzungstipps in schriftlicher Form an die Hand gegeben.

Es wurden folgende Aspekte in der Beratung ausführlich besprochen:

 

Zur Kinderbetreuung

a) Bei bestehenden Einrichtungen in der Nähe Belegplätze für die Kinder der MitarbeiterInnen reservieren und bezuschussen.

b) Mit einer Tagespflegeperson zusammenarbeiten, gegebenenfalls Räume zur Betreuung zur Verfügung stellen (kann auch außerhalb des Unternehmens sein) und sich an den Kosten beteiligen. Das bietet sich an, wenn nur eine Handvoll Kinder betreut werden muss. Hierzu ist es sehr hilfreich, mit dem zuständigen Jugendamt vor Ort Kontakt aufzunehmen, da diese für die Tagesmütter-Qualifikation und Zulassung zuständig ist.

c) Mit Unternehmen in der Umgebung kooperieren und eine gemeinsame Kinderbetreuung anbieten. Oftmals gibt es qualitativ hochwertige Angebote von externen Dienstleistern, die zusammen genutzt werden können; Lokale Bündnisse für Familien, örtliche Verbände und Institutionen, Mehrgenerationenhäuser uvm. ansprechen.

d) Beauftragung eines Familiendienstleisters: Deren Leistung kann in einer Beratung oder in der Vermittlung von Betreuungsplätzen für Kinder bestehen. Manche Dienstleister bieten auch die Organisation und Übernahme der Betreuung in eigenen Kindertageseinrichtungen oder bei Partnern an, zum Beispiel gemeinsam mit Tagespflegevereinen an. Neben lokalen oder regionalen gibt es auch bundesweit tätige Dienstleister. Die Entgelte richten sich nach dem Umfang der in Anspruch genommenen Leistungen. Bei Vermittlungsleistungen übernimmt in der Regel der Arbeitgeber mindestens die Vermittlungsgebühren.

e) Die Kosten der Kinderbetreuung übernehmen oder Zuschüsse zahlen.

f) Eine eigene Ferienbetreuung organisieren, auch im Verbund mit anderen Unternehmen. Hier gibt es zahlreiche externe Dienstleister, die qualitativ hochwertige Angebote anbieten.

g) Für Fälle, in denen die reguläre Kinderbetreuung ausfällt, eine Notfallbetreuung organisieren. Die Notfallbetreuung kann eine Gemeinschafts-Kita mehrerer Unternehmen übernehmen; Kooperation mit Trägern oder Dienstleistern, die eine Notfallbetreuungseinrichtung betreiben.

h) Zusammenstellen aller Informationen zur Kinderbetreuung in der Region im Intranet und/oder am schwarzen Brett („Hilfe zur Selbsthilfe“) und Hinweisen der Beschäftigten auf diesen Service.

 

Zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Im Leitfaden „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“ der Servicestelle werden Schwerpunkte, wie beispielsweise eine pflegesensible Unternehmenskultur Kooperationen und finanzielle Themen thematisiert. Mithilfe unterschiedlicher Beispiele aus der Unternehmenspraxis vermittelt der Leitfaden anwendungsnah, was für das Gelingen der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf beachtet werden kann.

a) Bereitstellen von wichtigen Informationen, möglichst für alle leicht zugänglich (Links zu Informationsportalen, Broschüren, usw.).

b) Etablieren einer festen Ansprechperson im Unternehmen, z.B. eines Pflegelotsen.

Was Pflegelotsen konkret sind: Einen pflegebedürftigen Angehörigen zu haben, wirft für viele Beschäftigte Fragen auf und erschwert den Spagat zwischen beruflicher und privater Lebenssituation. In der Regel können Personalabteilungen die Betroffenen dabei nur bedingt unterstützen. Betriebliche Pflegelotsen leisten schnell und unkompliziert Beistand und eine erste Orientierung. Sie sind Vertrauenspersonen und übernehmen die kollegiale Beratung. Darüber hinaus klären sie betriebsintern zum Thema Pflege auf und können helfen, Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf zu entwicklen.

In unserem Fachartikel erfahren Sie, wie innerbetriebliche Ansprechpartner bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf helfen können.

Ausbildungen zum betrieblichen Pflegelotsen werden bundesweit von unterschiedlichen Trägern angeboten. Die Servicestelle stellt dazu auf Nachfrage eine Liste mit Angeboten bereit.

Pflege sichtbar machen – der Nutzen von Pflegelotsen für Arbeitgebende:

  • Eine klare Wertschätzung der Beschäftigten: Durch den Einsatz von Pflegelotsen verleihen Sie der Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine neue Dimension. Es wird sichtbar, dass neben Eltern auch Menschen mit pflegenden Angehörigen einen enorm wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten.
  • Ihr Aushängeschild nach innen und außen: Anders als bei vielen Maßnahmen zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung hat die Arbeit des Pflegelotsen ein Gesicht und einen Namen. Als feste Anlaufstelle sind sie für die Kolleg:innen sichtbar und jederzeit ansprechbar. Besonders für neue Beschäftigte steht dieses Angebot für Vertrauen und Menschlichkeit.
  • Weniger Fehlzeiten durch enge Begleitung: Durch rechtzeitige Information und schnelle Beratung in pflegerischen Akutfällen können Arbeitsausfälle bei den betroffenen Beschäftigten verringert oder sogar verhindert werden.
  • Nachhaltiges BGM – die Gesundheit der Beschäftigten im Fokus: Eine Pflegesituation ist immer im Wandel. Durch langfristige kollegiale Begleitung kann physische und psychische Überlastung der Beschäftigten rechtzeitig erkannt werden und Maßnahmen zur Entlastung können eingeleitet werden.

c) Vermitteln an externe Anlaufstellen bzw. wie kommunale Beratungsstellen.

d) Anbieten von Vorträgen sowie Seminaren zu wichtigen Fragestellungen in diesem Bereich.

e) Etablieren eines Stammtischs für pflegende Beschäftigte oder einen „Mitarbeiter hilft Mitarbeiter“-Austausch.

Im Online Seminar „Erste Hilfe: Pflege und Beruf – Was Arbeitgeber wissen sollten“ am 27.10.2021 bietet der Familienpakt Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern eine kompakte Schulung zu den wichtigsten Themenbereichen, die sie zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf wissen sollten. 

 

Informationen zur Donau-Speditions-Gesellschaft Kiessling mbH & Co. KG

Die Kiessling-Spedition ist ein national und international erfolgreiches Speditions- und Logistikunternehmen und bereits in 4. Generation in Familienhand. Dem Unternehmen ist es wichtig, ein familienfreundlicher Arbeitgeber zu sein und den Angestellten bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglichst flexibel entgegenzukommen. Daher haben die Verantwortlichen für sie immer ein offenes Ohr und nehmen sich Zeit, um gemeinsam passende Lösungen zu entwickeln.

 

 

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