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Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft unterschiedliche Handlungsfelder und Beschäftigtengruppen im Unternehmen. Zentrale Schwerpunktthemen sind die betriebliche Kinderbetreuung, die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege sowie das Themenfeld Aktive Väter, über welche Sie hier detaillierte Informationen finden.

Betrieblich unterstützte Kinderbetreuung

 

Beruf & Pflege

 

Aktive Väter

 

Für die bayerischen Familien wird außerhäusliche Kinderbetreuung immer wichtiger. Viele Mütter möchten nach der Geburt eines Kindes zeitnah wieder in den Beruf zurückkehren. Gleichzeitig sind viele Familien auf Einkommen von beiden Elternteilen angewiesen. Eltern muss es daher ermöglicht werden, Kindererziehung und Erwerbsarbeit miteinander zu vereinbaren.

Auf dem Weg zur betrieblich unterstützten Kinderbetreuung…

Für Unternehmen gibt es verschiedene Möglichkeiten, mit einer betrieblich unterstützten Kindebetreuung die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ihrer Beschäftigten zu unterstützen. Je nach Größe des Unternehmens, Bedarf und Investitionsvermögen können individuelle Lösungen gefunden werden.

Leistungen

Die Leistungen im Bereich der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung können kurzfristige Lösungen sein wie etwa eine Notfallbetreuung durch Tageseltern oder Belegplätze in bestehenden betriebsfremden Einrichtungen. Sie können aber auch langfristig angelegt sein,z.B. in Form von dauerhaften Kontingenten an Belegplätzen in Betreuungseinrichtungen oder der dauerhaften Einrichtung einer Kindertagespflege. Wichtig ist, dass die Leistungen an die Bedarfe der Mitarbeiterinnen und  Mitarbeiter angepasst werden. Es bietet sich ein schrittweiser Ausbau des Angebotes an, das dann gegebenenfalls auch mit der Nachfrage wachsen kann.

Unternehmenskultur

Auch in Sachen betrieblich unterstützter Kinderbetreuung ist eine Implementierung in die Unternehmenskultur essentiell. Die Inanspruchnahme der Maßnahmen muss von der Führungsebene im Unternehmenn aktiv unterstützt und von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern als selbstverständlich wahrgenommen werden. Die Unternehmenskultur muss so gelagert sein, dass kein Neid bei den Beschäftigten  aufkommt, die von der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung nicht profitieren.

Information und Kommunikation

Vor der Einführung von Maßnahmen kann eine Befragung der Belegschaft helfen, die Bedarfe zu ermitteln. Eine Wiederholungsbefragung nach beispielsweise 3 bis 5 Jahren ermöglicht es, das Angebot an neue Bedingungen anzupassen. Alternativ kann dies auch in Mitarbeitergesprächen thematisiert werden. Nach Einführung der Maßnahmen sollte das Unternehmen seine Beschäftigten darüber informieren, welche Möglichkeiten der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung es anbietet.

 

So lässt sich betriebliche Kinderbetreuung umsetzen – fünf Beispiele:

 

Weitere Informationen, Anregungen und Best-Practice-Beispiele zum Thema „Betriebliche Kinderbetreuung“ finden Sie hier:

BMFSFJ 2014: Geht doch! So gelingt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf - Magazin von "Erfolgsfaktor Familie" - Ausgabe 2

BMFSFJ 2014: Der Kinderbetreuungskostenzuschuss. Wie Unternehmen ihren Beschäftigten die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erleichtern können.

BMFSFJ 2012: Unternehmen Kinderbetreuung - Praxisleitfaden für die betriebliche Kinderbetreuung

BMFSFJ 2012: Junge Eltern entlasten - Kindertagespflege für Arbeitgeber und Elterninitiativen

Das Rollenbild des Vaters hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten langsam, aber stetig gewandelt. Während sich die Väter in der Vergangenheit in erster Linie auf ihre Rolle als Familienernährer konzentrierten, beteiligen sie sich zunehmend aktiv an der Hausarbeit und Kinderbetreuung. Untersuchungen zeigen, dass die modernen Väter mehr und mehr eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit anstreben. Sie möchten sich stärker in die Kinderbetreuung einbringen und wünschen sich insgesamt mehr Zeit für die Familie.

Vor diesem Hintergrund hat sich in Politik und Wissenschaft der Begriff der „aktiven Väter“ durchgesetzt. Das Ermöglichen einer aktiven Vaterschaft ist dabei nicht nur für die Väter selbst von großem Nutzen, sondern auch für die Familie insgesamt und nicht zuletzt für die Unternehmen in Bayern:

Treiber und Nutzen von aktiver Vaterschaft

180209 aktive vaeter

Quelle: Prognos AG/BMFSFJ 2015: 8

Bayerns Väter sind im Hinblick auf das Elterngeld Trendsetter: Der Anteil der Väter, die Elterngeld beziehen, ist im Vergleich mit allen Bundesländern hier am höchsten und in den letzten Jahren stetig gestiegen: Lag die Väterbeteiligung in Bayern 2008 noch bei knapp 25 Prozent, liegt sie heute bereits bei ca. 40 Prozent.

Auf dem Weg zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter…

Aktive Vaterschaft beinhaltet neben der modernen Einstellung der Väter auch das tatsächliche alltägliche Engagement in der Familienarbeit. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Arbeitsaufkommen im Beruf. Unternehmen können mit Blick auf das Arbeitsaufkommen und die Arbeitsorganisation wichtige Rahmenbedingungen für eine aktive Vaterschaft schaffen.

Leistungen

Grundsätzlich sollten sich familienbewusste Maßnahmen im Unternehmen natürlich immer sowohl an weibliche als auch an männliche Beschäftigte richten. Die bedeutsamsten Maßnahmen einer „väterbewussten Personalpolitik“ liegen in flexiblen Arbeitszeitmodellen und der Unterstützung von gesetzlichen Maßnahmen, wie der Elternzeit und Elterngeldregelung. Hier können Arbeitgeberinnen und -geber betriebliche Möglichkeiten schaffen, dass die gesetzlichen Maßnahmen ohne Probleme im beruflichen Alltag in Anspruch genommen werden können (z.B. Kontakthalteprogramme, Arbeitszeitregelungen). Weiterhin können sie über die verschiedenen Möglichkeiten informieren und in der Führungsebene mit gutem Beispiel vorangehen. Wichtig ist, passgenaue und flexible Lösungen in Absprache mit dem Beschäftigten zu finden. So kann beispielsweise die Arbeitszeit im Rahmen der Elternzeitnutzung  ganz unterschiedlich und individuell organisiert werden, anstatt mit einem vollständigen vorübergehenden Ausscheiden aus dem Betrieb.

Unternehmenskultur

Eine familienbewusste Unternehmenskultur ist gerade in „männertypischen“ Branchen und Berufsgruppen (wie z.B. in bestimmten Handwerks- und Industriebereichen) unverzichtbar. Die Förderung der Vereinbarkeit  von Familie und Beruf für Väter muss ein dauerhafter, verlässlicher und nachhaltiger Bestandteil der Unternehmens- und Führungsleitlinien sein. Dies muss sich auch in der Arbeit der Personalentwicklung niederschlagen. Führungskräften im Unternehmen kommt darüber hinaus eine entscheidende Rolle zu, da sie als Betroffene mit gutem Beispiel vorangehen können und als Entscheider die Inanspruchnahme familienbewusster Maßnahmen für Väter erst ermöglichen.

Information und Kommunikation

Eine zielgruppenorientierte Ansprache und die Erhebung der Vereinbarkeitssituation der Beschäftigten sind bei Vätern besonders wichtig, da familienbewusste Maßnahmen oft als „Frauenthema“ angesehen werden. Die Väter im Unternehmen müssen dementsprechend gezielt angesprochen, informiert und ermutigt werden, familienbewusste Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. Eine offene und aktive Kommunikation trägt auch dazu bei, Hemmungen abzubauen und althergebrachte Rollenklischees aufzubrechen.

 

So können im Arbeitsalltag Väter aktiv in ihrer Rolle gestärkt werden – fünf Beispiele:

 

Weitere Informationen, Anregungen und Best-Practice-Beispiele zum Thema „Väter“ finden Sie hier:

BMFSFJ 2015: Väter und Familie - erste Bilanz einer neuen Dynamik – Dossier

BMFSFJ 2014: Familienbewusste Personalpolitik für Väter - so funktioniert's

PROGNOS 2005: Väterfreundliche Maßnahmen im Unternehmen

 

Die Alterung unserer Gesellschaft geht einher mit einer Zunahme an pflegbedürftigen Menschen. Bereits heute sind 2,6 Mio. Menschen pflegebedürftig und auf Unterstützung angewiesen. Zwei Drittel der Pflegebedürftigen wird im privaten Umfeld durch Angehörige versorgt. Der demographische Wandel wird diesen Trend noch verstärken.

Die Situation in Bayern ist mit dem Bundestrend vergleichbar. Zum einen ist eine deutliche Alterung der Bevölkerung zu erwarten. Während zwischen 2012 und 2032 der Umfang aller Altersklassen unter 65 Jahren leicht abnehmen wird, ist für den Personenkreis der über 65-Jährigen ein Anstieg um 39 Prozent zu erwarten. Dies wirkt sich auch auf die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit aus. Im Jahr 2011 waren rund 330.000 Menschen in Bayern pflegebedürftig. Die Zahl der Pflegebedürftigen wird laut Prognosen zwischen 2007 und 2030 um 55 Prozent steigen.

Das bedeutet: Immer mehr Menschen werden in Bayern Pflege und Beruf vereinbaren müssen.

Vereinbarkeit spart Geld!

Ein Großteil der pflegenden Angehörigen ist neben der privaten Pflege berufstätig. Damit geht zumeist eine erhebliche Belastung einher, die sich auch auf die Leistungsfähigkeit im Beruf auswirkt. So entstehen Unternehmen in Folge mangelnder Vereinbarkeit von Pflege und Beruf Kosten von rund 19 Mrd. Euro jährlich.  Dies sind umgerechnet ca. 14.000 Euro pro Beschäftigten. Ursache für die Kosten sind dauerhafter Stress, negative gesundheitliche Auswirkungen und unvorhergesehene Notsituationen. Dies führt zu höheren Fehlzeiten und einer geringeren Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf umfasst somit nicht allein die Bedarfe von Eltern, sondern auch von pflegenden Angehörigen. Die meisten Unternehmen befassen sich allerdings bisher nur sporadisch mit dem Thema Pflege.

Auf dem Weg zur Vereinbarkeit für pflegende Angehörige…

Für Unternehmen gibt es  vielfältige Möglichkeiten, passgenaue Lösungen mit den Beschäftigten zu entwickeln und so Folgekosten zu reduzieren. Dazu müssen die drei Dimensionen – Leistungen, Unternehmenskultur sowie Information und Kommunikation  – wahrgenommen und bedarfsgerecht ausgestaltet werden.

Leistungen

Das Angebot an Leistungen muss flexibel und bedarfsgerecht sein. Pflegende Angehörige sind besonders von Zeitstress betroffen. Über pflegesensible Arbeitszeiten und eine Anpassung der Arbeitsorganisation können effektive Verbesserungen erzielt werden. Die Bandbreite denkbarer Leistungen richtet sich nach den Bedarfen der Beschäftigten und den betrieblichen Rahmenbedingungen (wie der Branche, Betriebsgröße etc.).

Unternehmenskultur

Erst wenn die Pflege eines Angehörigen als besondere Aufgabe und Herausforderung respektiert wird, die der Unterstützung bedarf, können betriebliche Angebote überhaupt genutzt werden. Hier ist insbesondere eine pflegesensible Führungskultur wichtig. Zudem bekommt das Thema „ein festes Fundament“, wenn es beispielsweise in eine Betriebsvereinbarung übernommen wird.

Information und Kommunikation

Sowohl die betrieblichen Leistungen als auch grundlegende Informationen zum Thema Pflege sollten offensiv und niedrigschwellig kommuniziert werden. Hilfreich ist auch die Durchführung einer Unternehmensbefragung, mit der die vorhandenen Handlungsbedarfe ermittelt werden können. Eine solche Analyse ist von besonderer Bedeutung, da das Thema Pflege im betrieblichen Kontext meist nicht offen zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Vorgesetzten angesprochen wird.

 

So lässt sich die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege verbessern – fünf Beispiele:

 

Weitere wichtige Maßnahmen im Bereich Beruf & Pflege sind beispielsweise die Vermittlung von haushaltsnahen Dienstleistungen oder die Organisation von „Essen auf Rädern“

Weitere Informationen, Anregungen und Best-Practice-Beispiele zum Thema „Beruf & Pflege“ finden Sie hier:

BMFSFJ 2015: Familien-Pflegezeit - Aufgaben in Familie, Pflege und Beruf besser vereinbaren

BMFSFJ 2015: Broschüre: Bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf - Neue gesetzliche Regelungen seit 1. Januar 2015

BMFSFJ 2014: Vereinbarkeit von Beruf und Pflege - Wie Unternehmen Beschäftigte mit Pflegeaufgaben unterstützen können

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