Am 15. Januar 2026 rückte der A³ Wirtschaftsdialog in Augsburg, durchgeführt in Kooperation mit dem Gesundhaus i‑Tüpferl, zentrale Fragen moderner, mitarbeitetendenorientierter Personalpolitik in den Mittelpunkt. Dabei zeigte sich deutlich: Arbeitgebendenattraktivität entsteht dort, wo Unternehmen die Lebenswirklichkeiten ihrer Beschäftigten ernst nehmen, und entsprechende Strukturen schaffen.
Im Fokus: Vereinbarkeit, Gesundheit & regionale Vernetzung
Die Diskussionen zeigten, dass Arbeitgebende vor allem dann überzeugen, wenn sie flexibel auf Themen wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Unterstützung pflegender Angehöriger, Kinderbetreuung und betriebliches Gesundheitsmanagement reagieren. Besonders die Frage, wie Unternehmen Gesundheits- und Pflegeangebote strategisch integrieren können, wurde breit diskutiert. Es wurde deutlich, dass Arbeitgebende zunehmend zu Mitgestaltenden sozialer Räume werden. Eine Entwicklung, die neue Chancen für nachhaltige HR‑Strategien eröffnet.
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Peter Tomaschko, MdL, der in seiner Rede die zentrale Bedeutung der Vereinbarkeitsthematik für die Fachkräftesicherung, die Prävention von Ausfällen und damit auch die Förderung von Produktivität hervorhob.
Außerdem boten die Referentinnen und Referenten vielseitige Einblicke:
Sophia Keß – Familienpakt Bayern
Als Initiative der Bayerischen Staatsregierung und Wirtschaft bietet der Familienpakt u. a. Beratung, Netzwerke, Workshops sowie strategische Impulse zur langfristigen Verankerung einer familienorientierten Unternehmenskultur. Sophia Keß stellte praxisnahe Unterstützungsangebote vor, mit denen Unternehmen Familienfreundlichkeit systematisch verankern können. Mit Blick auf die „stille Reserve“ unter Müttern, Unterstützung von Vätern bei einer partnerschaftlicher Aufgabenteilung und Entlastung von Beschäftigten mit Pflegeverantwortung verdeutlichte sie, wie Hunderttausende zusätzliche Vollzeitäquivalente durch bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf erschlossen werden können.
Thomas Bade – Caring Communities / Quartiersentwicklung
Thomas Bade zeigte, wie Unternehmen durch die aktive Vernetzung mit lokalen Gesundheits-, Pflege- und Sozialstrukturen die Lebensqualität am Standort steigern und damit ihre Attraktivität als Arbeitgebende erhöhen können. Er machte deutlich, dass die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine zentrale Zukunftsaufgabe ist und nicht allein als privates Problem betrachtet werden darf. Pflegesensible Unternehmenskulturen, offene Kommunikation und konkrete Unterstützungsangebote wie Pflegelotsen oder Kooperationen mit Drittanbietern sind entscheidend. Solche Maßnahmen stärken nicht nur die Beschäftigten, sondern auch die Arbeitgebendenmarke und tragen zur Fachkräftesicherung bei.
Michaela Schuster – Geschäftsführerin TEAM23
Michaela Schuster stellte Mental Health als relevanten Wirtschaftsfaktor in den Mittelpunkt und verdeutlichte, warum psychische Gesundheit in einer BANÍ-Welt (brüchig, ängstlich, nicht-linear) eine strategische Führungsaufgabe ist. Sie rief dazu auf, im Alltag konsequent zu handeln, indem Überbelastung klar benannt wird, Entscheidungen auch dann getroffen werden, wenn sie unbequem sind und aus den Erkenntnissen der richtigen Fragen klare Konsequenzen zu ziehen.
Gemeinsam Lösungen finden: Die Bedeutung einer transparenten Arbeitskultur
Im offenen Austausch am Ende der Veranstaltung wurde deutlich, wie wichtig eine Kultur der Transparenz für ein konstruktives Miteinander ist. Offene Kommunikation hilft, Missverständnisse zu vermeiden und sorgt dafür, dass Belastungen nicht zu Spannungen im Team führen. Gleichzeitig wurde die Verantwortung von Arbeitgebenden hervorgehoben, aktiv zu unterstützen, insbesondere in Situationen, in denen externe Rahmenbedingungen wie der zunehmende Ärztemangel die Versorgung erschweren. Die Diskussion machte klar: Attraktive Arbeitgebende zeichnen sich nicht nur durch flexible Strukturen aus, sondern auch durch eine Haltung, die Herausforderungen gemeinsam angeht und Lösungen ermöglicht.
Neue Perspektiven aus der regionalen Wirtschaft
Laut weiteren öffentlich zugänglichen Veranstaltungsinformationen war der Dialog darauf ausgerichtet, praxisnahe Impulse für moderne Personalpolitik sowie konkrete Best Practice Ansätze zu vermitteln. Die Veranstaltung bot Raum für Austausch mit Fachreferenten und Unternehmensvertretenden aus der Region, die gemeinsam diskutierten:
- Wie Kinderbetreuung als Standortfaktor wirkt
- Welche Wirkung sozialraumorientierte Gesundheitsversorgung entfalten kann
- Wie pflegesensible Personalpolitik zur Stabilität im Betrieb beiträgt
- Warum familien- und gesundheitsorientierte Maßnahmen zunehmend entscheidend für Fachkräftegewinnung und -bindung sind
Fazit: Haltung, Klarheit und Kooperation als Erfolgsfaktoren
Der Wirtschaftsdialog zeigte eindrücklich: Attraktivität als Arbeitgebender entsteht durch eine ganzheitliche, menschenorientierte Haltung.
Wer Familienfreundlichkeit, Pflegeunterstützung, betriebliche Gesundheitsförderung und moderne Führung zusammendenkt und sich zugleich regional vernetzt, schafft tragfähige Strukturen für die Arbeitswelt von morgen. Dies steigert nicht nur die Bindung und Motivation der Beschäftigten, sondern stärkt langfristig auch Wettbewerbsfähigkeit und regionale Entwicklung.
Der Familienpakt Bayern bedankt sich herzlich beim Veranstalter A³, beim Gesundhaus i‑Tüpferl sowie bei den Referierenden Thomas Bade, Michaela Schuster und Sophia Keß für den wertvollen Austausch.

