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Aktive Väter

Das Rollenbild des Vaters hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten langsam, aber stetig gewandelt. Während sich die Väter in der Vergangenheit in erster Linie auf ihre Rolle als Familienernährer konzentrierten, beteiligen sie sich zunehmend aktiv an der Hausarbeit und Kinderbetreuung. Untersuchungen zeigen, dass die modernen Väter mehr und mehr eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Familienarbeit anstreben. Sie möchten sich stärker in die Kinderbetreuung einbringen und wünschen sich insgesamt mehr Zeit für die Familie.

Vor diesem Hintergrund hat sich in Politik und Wissenschaft der Begriff der „aktiven Väter“ durchgesetzt. Das Ermöglichen einer aktiven Vaterschaft ist dabei nicht nur für die Väter selbst von großem Nutzen, sondern auch für die Familie insgesamt und nicht zuletzt für die Unternehmen in Bayern:

Treiber und Nutzen von aktiver Vaterschaft

Quelle: Prognos AG/BMFSFJ 2015: 8

Bayerns Väter sind im Hinblick auf das Elterngeld Trendsetter: Der Anteil der Väter, die Elterngeld beziehen, ist im Vergleich mit allen Bundesländern hier am höchsten und in den letzten Jahren stetig gestiegen: Lag die Väterbeteiligung in Bayern 2008 noch bei knapp 25 Prozent, liegt sie heute bereits bei ca. 40 Prozent.

Auf dem Weg zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Väter... 

Aktive Vaterschaft beinhaltet neben der modernen Einstellung der Väter auch das tatsächliche alltägliche Engagement in der Familienarbeit. Eine wichtige Rolle spielt hierbei das Arbeitsaufkommen im Beruf. Unternehmen können mit Blick auf das Arbeitsaufkommen und die Arbeitsorganisation wichtige Rahmenbedingungen für eine aktive Vaterschaft schaffen.

Unternehmenskultur:

Eine familienbewusste Unternehmenskultur ist gerade in „männertypischen“ Branchen und Berufsgruppen (wie z.B. in bestimmten Handwerks- und Industriebereichen) unverzichtbar. Die Förderung der Vereinbarkeit  von Familie und Beruf für Väter muss ein dauerhafter, verlässlicher und nachhaltiger Bestandteil der Unternehmens- und Führungsleitlinien sein. Dies muss sich auch in der Arbeit der Personalentwicklung niederschlagen. Führungskräften im Unternehmen kommt darüber hinaus eine entscheidende Rolle zu, da sie als Betroffene mit gutem Beispiel vorangehen können und als Entscheider die Inanspruchnahme familienbewusster Maßnahmen für Väter erst ermöglichen.

Leistungen:

Grundsätzlich sollten sich familienbewusste Maßnahmen im Unternehmen natürlich immer sowohl an weibliche als auch an männliche Beschäftigte richten. Die bedeutsamsten Maßnahmen einer „väterbewussten Personalpolitik“ liegen in flexiblen Arbeitszeitmodellen und der Unterstützung von gesetzlichen Maßnahmen, wie der Elternzeit und Elterngeldregelung. Hier können Arbeitgeberinnen und -geber betriebliche Möglichkeiten schaffen, dass die gesetzlichen Maßnahmen ohne Probleme im beruflichen Alltag in Anspruch genommen werden können (z.B. Kontakthalteprogramme, Arbeitszeitregelungen). Weiterhin können sie über die verschiedenen Möglichkeiten informieren und in der Führungsebene mit gutem Beispiel vorangehen. Wichtig ist, passgenaue und flexible Lösungen in Absprache mit dem Beschäftigten zu finden. So kann beispielsweise die Arbeitszeit im Rahmen der Elternzeitnutzung  ganz unterschiedlich und individuell organisiert werden, anstatt mit einem vollständigen vorübergehenden Ausscheiden aus dem Betrieb.

Information und Kommunikation:

Eine zielgruppenorientierte Ansprache und die Erhebung der Vereinbarkeitssituation der Beschäftigten sind bei Vätern besonders wichtig, da familienbewusste Maßnahmen oft als „Frauenthema“ angesehen werden. Die Väter im Unternehmen müssen dementsprechend gezielt angesprochen, informiert und ermutigt werden, familienbewusste Maßnahmen in Anspruch zu nehmen. Eine offene und aktive Kommunikation trägt auch dazu bei, Hemmungen abzubauen und althergebrachte Rollenklischees aufzubrechen.

Maßnahmen

Mitarbeitenden-/Personalentwicklungsgespräche

Beschreibung der Maßnahme:

Das Mitarbeiter- oder Personalentwicklungsgespräch bietet eine hervorragende Möglichkeit, Problemlagen, Zielsetzungen und Erwartungen mit den Beschäftigten individuell zu erörtern. Mitarbeitergespräche gehören in vielen Unternehmen seit langem zum personalpolitischen Repertoire und können alle Themenbereiche im Zusammenhang mit der Beschäftigungssituation abdecken. Dies ist gerade für werdende oder junge Väter vorteilhaft, da das Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ persönlich und arbeitsplatzbezogen besprochen werden kann. Hierdurch kann darüber hinaus Vorurteilen und Stigmatisierungen vonseiten der Kollegen und Kolleginnen entgegengewirkt werden.

In einem Mitarbeitergespräch können ebenso vorhandene Maßnahmen des Unternehmens und passgenaue Lösungen diskutiert werden. Im Sinne einer Personalentwicklungsstrategie können regelmäßige, persönliche Mitarbeitergespräche dazu beitragen, betriebliche Ziele und Zielsetzungen des Beschäftigten aufeinander abzustimmen unter der Berücksichtigung der individuellen familiären Situation.

Voraussetzungen:

  • Zeitliche und organisatorische Kapazitäten müssen für Beschäftigte und Vorgesetzte vorhanden sein
  • Nach Möglichkeit sollten die Gespräche persönlich vor Ort stattfinden.
  • Hilfreich ist eine Strukturierung des Gesprächs und das Festhalten der Ergebnisse (vereinbarte Lösungen, Ziele, konkrete Erwartungen etc.)
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