Nachbericht zur Online‑Jahresauftaktveranstaltung des Familienpakts Bayern 2026

Am 11. Februar 2026 fand die Online‑Jahresauftaktveranstaltung des Familienpakts Bayern statt. Unter dem Jahresmotto „Zukunft sichern – Familienfreundliche Arbeitswelt für jede Lebensphase“ kamen zahlreiche Mitglieder und Netzwerkpartner zusammen, um neue Impulse zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erhalten und sich über die Entwicklungen im Familienpakt Bayern zu informieren.

Eröffnet wurde die Veranstaltung durch ein Videogrußwort von Staatsministerin Ulrike Scharf, die die Bedeutung familienbewusster Maßnahmen für eine nachhaltige Arbeitswelt hervorhob. Sie machte deutlich, dass Unternehmen, die die Bedürfnisse ihrer Beschäftigten in allen Lebensphasen ernst nehmen, nicht nur im Wettbewerb um Fachkräfte gestärkt sind, sondern zugleich Strukturen schaffen, in denen Menschen füreinander einstehen und ein unterstützendes Miteinander möglich wird. Eine solche Kultur bilde die Grundlage dafür, langfristig stabile und zukunftsfähige Arbeitsbedingungen zu gestalten.

Vorstellung des Jahresprogramms 2026

Im Anschluss informierte Sophia Keß über das aktuelle Angebot und die neusten Entwicklungen der Servicestelle Familienpakt Bayern. Sebastian Klein stellte den Teilnehmenden das Jahresthema 2026 „Zukunft sichern – Familienfreundliche Arbeitswelt für jede Lebensphase“ vor, das den Schwerpunkt darauf legt, Arbeitgebende bei der Gestaltung lebensphasenorientierter, bedarfsbezogener Maßnahmen zu unterstützen, um Potenziale im Arbeitsmarkt durch passgenaue und lebensphasenorientierte Maßnahmen zu aktivieren und Fachkräfte langfristig zu binden.   

Fachimpuls: Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Im fachlichen Schwerpunkt sprach die Fachexpertin Anne-Katrin Schulz zum Thema „Lebensphasenorientierte Impulse zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf“. Sie erklärte, wie Unternehmen und Betriebe Prävention im Bereich Vereinbarkeit von Pflege und Beruf strategisch einsetzen können, um Fachkräfte erfolgreich zu gewinnen und zu halten. So stellte sie etwa heraus, dass sich Vereinbarkeitsmaßnahmen im Bereich Pflege über alle Lebensphasen hinweg rechnet und für Unternehmen und Betriebe ein zentraler Erfolgsfaktor sind. Individuelle Bedarfe müssten hierfür ernst genommen werden, da jede Pflegesituation anders sei und passgenaue Unterstützung benötige. Sie betonte, dass Prävention auch in Bezug auf Pflege ein wichtiger Faktor für Unternehmen und Betriebe sei, da diese deutlich weniger koste als ein Fachkräfteverlust. Ein weiterer zentraler Ansatz zur Vorbeugung von Krisensituationen ist die Bereitstellung niedrigschwelliger Informationen und passgenauer Unterstützung. Besonders hilfreich sind hierbei geschulte Pflegelotsen im Unternehmen oder Betrieb, die Mitarbeitenden beratend zur Seite stehen und Orientierung in herausfordernden Phasen bieten.

Praxisbeispiele aus Mitgliedsunternehmen

Nachfolgend gewährten Mitglieder des Familienpakt Bayern wertvolle Einblicke in ihre Praxis. Iris Hauerwaas von der ibidi GmbH stellte vor, wie das Unternehmen Vereinbarkeit konsequent und lebensphasenorientiert umsetzt. Die ibidi GmbH verfolgt den Ansatz, das Leben der Mitarbeitenden mitzudenken und Maßnahmen alltagsnah zu gestalten. Sie hob hervor, dass gezielte Investitionen in familienfreundliche Strukturen nicht nur den Mitarbeitenden helfen, sondern sich für das Unternehmen als klarer Wettbewerbsvorteil auszahlen. Ein Beispiel dafür ist der flexible Wiedereinstieg ab bereits zwei Stunden pro Woche, ohne dass dies eine Beeinträchtigung für die berufliche Entwicklung bedeutet. Zudem unterstützt die ibidi GmbH Eltern, etwa durch die vollständige Übernahme der Kitakosten und die aktive Vermittlung von Betreuungsplätzen Der Erfolg des Ansatzes zeigt sich in einer 100%-Rückkehrquote nach der Elternzeit, einer sehr niedrigen Fluktuation und wenigen Krankheitstagen.

Anschließend präsentierte Alfons Weiß das Wellnesshotel Bayerwaldhof, das sich durch eine besonders mitarbeiterorientierte Haltung auszeichnet. Dort lebe man die „MIDEINAND Kultur“, nach dem Motto: Was für den Gast gut ist, ist auch für den Mitarbeiter gut. So stehen im Hotel eigene Kinderbetreuungsangebote und Hausaufgabenhilfe zur Verfügung. Ein Gesundheitsbudget, die Unterstützung bei der Vermittlung von Facharztterminen und die Betreuung durch eine firmeneigene Psychologin tragen maßgeblich zur Bindung der Beschäftigten bei und zeigen, wie vielfältig Vereinbarkeit im Gastgewerbe umgesetzt werden kann.

Den dritten Einblick gab Sabine Hertel von der Cadbauteam GmbH & Co. KG​, die sich intensiv mit den Lebensrealitäten ihrer Beschäftigten auseinandersetzt. Hier werden betriebsnahe Kitaplätze angekauft, um den Wiedereinstieg nach der Familienphase spürbar zu erleichtern. Darüber hinaus ermöglicht das Unternehmen Workation‑Modelle, die besonders Mitarbeitenden mit Familie im Ausland zusätzliche Flexibilität bieten. Die Beispiele verdeutlichten, wie wichtig es ist, Arbeitsbedingungen an die tatsächlichen Bedürfnisse der Mitarbeitenden anzupassen.

Fragerunde und Ausblick

Die Veranstaltung schloss mit einer lebendigen Fragerunde, die zeigte, wie groß das Interesse an praktischen Lösungsansätzen und konkreter Unterstützung im Unternehmensalltag ist und einen wertvollen Austausch zwischen Referierenden und Publikum bot.

Die Servicestelle dankte allen Teilnehmenden für den regen Austausch und die engagierten Beiträge. Auch 2026 wird es wieder zahlreiche Möglichkeiten geben, sich zu informieren, zu vernetzen und gute Beispiele aus der Praxis kennenzulernen.

Informationen zu kommenden Terminen und Angeboten finden Sie in unserem Veranstaltungskalender.

Veranstaltung verpasst?

Mitglieder des Familienpakts Bayern finden die Aufzeichnung wie gewohnt im internen Nutzerbereich unter „Meine Materialien“ → „Aufzeichnungen Webcasts“.