Screenshot vom Online-Seminar

Wie können Arbeitgebende Beschäftigte unterstützen, die Angehörige pflegen? Mit dieser Frage befasste sich das Online-Seminar „Pflege und Beruf – was Arbeitgebende wissen sollten“ des Familienpakt Bayern. Die Referierenden zeigten auf, warum das Thema Pflege zunehmend an Bedeutung gewinnt, welche Maßnahmen Unternehmen ergreifen können, um pflegende Beschäftigte zu entlasten und welchen Mehrwert diese Unterstützung für Arbeitgebende hat.

Zu Beginn stellte die Servicestelle Familienpakt Bayern ihre Unterstützungsangebote rund um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor. Darüber hinaus wurden aktuelle Veranstaltungen sowie die Vorteile einer kostenfreien Mitgliedschaft im Familienpakt Bayern vorgestellt.

Im fachlichen Teil erläuterte die Expertin, Michaela Pulina-Mathein die rechtlichen Rahmenbedingungen rund um die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf. Dabei ging sie auf Freistellungs- und Teilzeitmöglichkeiten für pflegende Angehörige ein und zeigte auf, welche Leistungen die Pflegeversicherung bietet. Zudem betonte sie die Bedeutung einer frühzeitigen Planung, etwa durch Vorsorgevollmachten sowie die Klärung von Zuständigkeiten innerhalb der Familie.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Frage, wie Arbeitgebende ihre Beschäftigten im Pflegefall unterstützen können. Als wirksame Maßnahme wurden sogenannte Pflegelotsinnen und Pflegelotsen vorgestellt. Sie dienen im Unternehmen als niedrigschwellige Ansprechpersonen, vermitteln Orientierung und verweisen auf passende Beratungs- und Unterstützungsangebote. Bereits das Wissen um eine solche Anlaufstelle könne Beschäftigten in belastenden Situationen spürbar Druck nehmen.

Anschließend gab Christoph Giebeler, Leiter des Beratungs- und Informationszentrums für Eltern, Persönliches und Soziales (BIZEPS) an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Neu-Ulm, Einblicke in die Praxis. Er stellte die Pflegelotsen-Struktur der Hochschule vor und berichtete von weiteren Angeboten wie einem Pflege- und Gesundheitsportal, Fachvorträgen sowie regelmäßigen Pflegestammtischen. Letztere schaffen einen geschützten Raum für den Austausch pflegender Beschäftigter und stärken gleichzeitig die Bindung an die Organisation.

Deutlich wurde im Seminar, dass pflegesensible Personalpolitik angesichts des demografischen Wandels zunehmend an Bedeutung gewinnt. Flexible Arbeitsmodelle, qualifizierte Ansprechpersonen und eine offene Unternehmenskultur können dazu beitragen, Beschäftigte in herausfordernden Lebensphasen zu entlasten und die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf nachhaltig zu verbessern.

Weitere Informationen rund um das Thema Pflege und Beruf

Wie Arbeitgebende pflegende Beschäftigte unterstützen können, welche gesetzlichen Möglichkeiten bestehen und welche Praxistipps bei der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf helfen, finden Sie in unserem Ratgeber „Pflege und Beruf“ auf der Website des Familienpakts Bayern:

Zum Ratgeber „Pflege und Beruf“

Dort finden Sie unter anderem Informationen zu Pflegezeit, finanziellen Leistungen, Beratungsangeboten, Pflegelotsen sowie unseren hilfreichen Kurzleitfaden.