Am 23. September 2026 fand das Online-Seminar „Lebensphasenorientierte Personalmaßnahmen“ des Familienpakts Bayern statt. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Unternehmen ihre Mitarbeitenden in den unterschiedlichen Lebensphasen bedarfsgerecht unterstützen können.
Die Expertin Stephanie Poggemöller verdeutlichte, warum eine lebensphasenorientierte Personalstrategie angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Arbeits- und Fachkräftemangels immer wichtiger wird. Beschäftigte durchlaufen im Laufe des Berufslebens unterschiedliche Phasen, angefangen beim Berufseinstieg über die Familiengründung und die Pflege von Angehörigen bis hin zum Übergang in den Ruhestand, und jede dieser Lebenssituationen kommt mit unterschiedlichen Bedürfnissen. Ziel sollte es daher sein, Mitarbeitende als Individuen wahrzunehmen und passende Angebote zu schaffen, die sich an ihrer jeweiligen Lebensphase orientieren.
Dabei wurde deutlich, dass es keine einheitliche Lösung für alle Beschäftigten gibt. Vielmehr sollten Unternehmen zunächst ihre Ausgangssituation analysieren und beispielsweise die Altersstruktur, bestehende Herausforderungen sowie die konkreten Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden betrachten. Auf dieser Grundlage können anschließend geeignete Maßnahmen entwickelt werden. Dazu zählen unter anderem flexible Arbeitszeitmodelle, Weiterbildungsangebote, Unterstützung bei der Kinderbetreuung oder Pflege, Kontakthalteprogramme während der Elternzeit sowie ein gut gestalteter Übergang in den Ruhestand.
Eine zentrale Rolle kommt dabei den Führungskräften zu. Sie sind wichtige Ansprechpersonen und tragen wesentlich dazu bei, ob lebensphasenorientierte Maßnahmen im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt werden. Neben Wissen über unterschiedliche Lebenssituationen benötigen sie vor allem Empathie, Kommunikationsfähigkeit, Offenheit und die Bereitschaft, gemeinsam mit den Beschäftigten individuelle und zugleich für das Team tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Praxisnahe Einblicke gewährte anschließend Annika Litzel von der TUXEDO Computers GmbH. Aus der Perspektive einer langjährigen Mitarbeiterin berichtete sie, wie das Unternehmen Beschäftigte in verschiedenen Lebenssituationen unterstützt. Flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und individuelle Absprachen ermöglichen es den Mitarbeitenden, berufliche Aufgaben mit familiären Anforderungen oder persönlichen Anliegen zu vereinbaren.
Anhand persönlicher Erfahrungen und konkreter Beispiele zeigte Annika Litzel, wie individuelle Lösungen bei der Pflege von Angehörigen, während Schwangerschaft und Elternzeit, beim beruflichen Wiedereinstieg, in Trauerphasen oder bei gesundheitlichen Herausforderungen gestaltet werden können. Entscheidend seien dabei vor allem gegenseitiges Vertrauen, eine offene Kommunikation und verlässliche Absprachen. Gleichzeitig sollten Beschäftigte selbst entscheiden können, wie viele persönliche Informationen sie im Unternehmen preisgeben möchten.
Als wichtiges Fazit wurde festgehalten: Lebensphasenorientierte Personalpolitik braucht die Bereitschaft, miteinander im Gespräch zu bleiben und Lösungen bei Bedarf anzupassen. Klare Übergaben und Vertretungsregelungen schaffen Planungssicherheit. Zugleich hilft ein Plan B dabei, flexibel reagieren zu können, wenn sich persönliche oder familiäre Rahmenbedingungen unerwartet verändern.
Wir danken unseren Referentinnen Stephanie Poggemöller und Annika Litzel sowie allen Teilnehmenden herzlich für die wertvollen Impulse und den bereichernden Austausch.
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Interessiert am Thema Lebensphasenorientierung? Zu unserem Kurzleitfaden „Vereinbarkeit in allen Lebensphasen - Wie Sie Ihre Beschäftigten mit familienfreundlichen Maßnahmen durch alle Phasen des Arbeits- und Familienlebens begleiten“ gelangen Sie hier.
